Wassersektor

In der aktuellen Klimadiskussion bleibt das Thema der Nahrungsmittelversorgung häufig unerwähnt. Durch die globale Erwärmung und die Zunahme an Hitzewellen werden landwirtschaftliche Erträge immer weiter gemindert. Auch Starkregenereignisse gefährden die Ernte. Aktuell beschäftigen sich einige Forschungszentren mit der Suche nach wetterresistenten Pflanzen, die auch extreme Klimaschwankungen überstehen und gleichzeitig einen ausreichenden Nährwert aufweisen. Doch die schwer kalkulierbaren Wetterereignisse sind eine denkbar schlechte Planungsgrundlage. Das sogenannte „Indoor-Farming“ befindet sich daher seit einigen Jahren ebenfalls in einer Testphase.

Dass die Umweltbelastungen die Erderwärmung beschleunigen, steht außer Frage. Jede Chemikalie und alle synthetischen Partikel, deren Produktion, der Konsum und die damit verbundene globale Verteilung tragen in der Produktionsphase, in der Verbrauchsphase und letztendlich in der Entsorgungsphase zu einer erheblichen Verschlechterung der Umwelt- und Klimabilanz bei.

Viele Jahrzehnte hat man die langfristigen Folgen ignoriert und nur den kurzzeitigen Vorteil in einer nahezu unendlichen Verfügbarkeit und Skalierbarkeit der Produktion gesehen –  das Ziel hieß Wachstum durch geringe Investitionen und Konsumförderung. Doch diese Vorgehensweise rächt sich in Form von Umweltbelastungen und gesundheitlichen Folgen für Menschen, Tiere und die Natur. Ein Bereich, an dem sich die dramatische Lage besonders offensichtlich zeigt, ist der Wassersektor.

Täglich verbrauchen wir durchschnittlich zwischen 125 und 135 Litern pro Person für die Körperpflege, die Toilettenspülung, die Waschmaschine, die Reinigung im Haushalt und die Zubereitung von Nahrung (ohne eigenen Garten). Doch der eigentliche Verbrauch durch die Nutzung von Industrieprodukten liegt sehr viel höher.

Der jährliche Wasserfussabdruck in Deutschland beträgt 117,2 Milliarden Kubikmeter Wasser (Stand 2018) Davon stammen etwa 58 Milliarden aus heimischen Vorkommen. Import und Export machen den Rest aus. Die Ressource Wasser ist ein vielgeschätztes Gut weltweit.

Stand 2016 hatten weltweit etwa 4 Milliarden (Mrd) Menschen etwa einen Monat im Jahr mit Wasserknappheit zu kämpfen. 1,8 bis 2,9 Mrd. Menschen litten 4 bis 6 Monate im Jahr unter schwerer Wasserknappheit, ca. 0,5 Mrd. Menschen ganzjährig. Science

Die Industrie verbrauchte im Jahr 2000 im Schnitt etwa 20 % der Süßwasserressourcen mit steigender Tendenz. In einigen Ländern ist der Verbrauch inzwischen auf bis zu 60 % gestiegen. Unternehmen aus der Chemie-, Metall-, Papier-, Holz- und Nahrungsmittelindustrie machen einen hohen Anteil aus. Auch die Landwirtschaft verbraucht und belastet die Ressourcen. Zukünftig werden die Belastungen aufgrund der veränderten Bedarfssituation weiter wachsen, gleichzeitig nimmt die Umweltverschmutzung durch fehlende Reinigungs- und Aufbereitungsverfahren in vielen Ländern weiter zu. Auch im Bereich der neuen Technologien sind neue und schonende Lösungen zum Trinkwasserschutz gefordert.

 

Fazit: Ohne Trinkwasser gibt es kein Leben, keine gesunde ökologische Struktur und keine Zukunftsperspektive. Den täglichen privaten Wasserverbrauch zu senken ist eine gute Maßnahme, doch der Produktkonsum spielt die weitaus größere Rolle. Auf umweltverträgliche Produkte zu achten und eine Verschwendung zu vermeiden, sind wesentliche Ansätze für eine Sicherung der Bedarfsdeckung. (zr)

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In eigner Sache: wassersektor.de gehört seit bereits 15 Jahren zum Well-Selling Portfolio. Die Notwendigkeit zur Beschäftigung mit der Ressource Wasser war uns bereits damals bewusst. Die Wasserfachberatung wird auch zukünftig ein wichtiger Themenkomplex bleiben.
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