Sparen müssen und sparen können, sind verschiedene Dinge.

"Es macht einen Unterschied, ob jemand 100,- € übrig hat und zurücklegen kann oder ob aus einem begrenzten Budget von 100,- € zusätzliche Ausgaben finanziert werden müssen."

Die Situation

Wer sich in einer Notsituation befindet, sollte besondere Unterstützung erfahren, um das Vertrauen in die Gesellschaft nicht zu verlieren. Das Gegenteil ist häufig der Fall. Viele werden beschimpft, weil sie in diese Situation geraten sind. Viele ziehen sich zurück und schweigen aus Scham und Verzweiflung, obwohl sie viele Fähigkeiten besitzen, die sie gerne einbringen möchten.

Wenn jemand jedoch kein Budget mehr hat, um für die Kinder neue Schuhe zu kaufen oder einen Eimer Farbe, um die Wand neu zu streichen, ganz zu schweigen von Lebensmitteln, die für die Erhaltung der Gesundheit nötig wären, dann klingt der "Ratschlag" zur Rücklagenbildung wohl eher nach Hohn und Spott.

Krankheiten, Bildungsdefizite, Herkunft, Alter - all das sind Hindernisse, die oftmals zu einer Ausgrenzung führen. Dass es bei Menschen, die unter permantenten Stress leiden zu körperlichen und seelischen Symptomen kommen kann, ist auch keine neue Erkenntnis. Dennoch werden viele Faktoren politisch und gesellschaftlich ignoriert.

Eine gerechte Verteilung von Ressourcen gibt es schon lange nicht mehr und wahrscheinlich liegt es in der Natur der Menschen, besser sein zu wollen als andere. Die "Upper-Class" geht hier mit vielen Beispielen voran. Die aktuelle Situation erfordert jedoch ein Höchstmaß an menschlicher Größe und keine Statussymbole.

In den Worten unseres Wirtschaftsministers, dass wir alle die Herausforderungen der aktuellen Situation gemeinsam meistern müssen, ist immernoch ein Stück Hoffnung enthalten und daran sollten wir uns orientieren. Alle gemeinsam sind gefordert. Diejenigen, die viel haben, können denen geben, die weniger haben. Denjenigen, die mithelfen wollen, muss man die Möglichkeit dazu geben - durch echte und individuelle Förderung. Die Profiteure der letzten Jahrzehnte müssen erkennen, dass eine Umverteilung und eine neue Denkweise nötig sind.

Von einem Menschen, der in Armut lebt, zu fordern, dass er seine Ausgaben reduzieren soll, ist keine Lösung. (zr)

 

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