Wege aus dem Lockdown

Als im Februar 2020 die ersten Covid-19-Fälle auch in Deutschland und kurze Zeit später auch in der Region nachgewiesen wurden, war eine unglaubliche Welle der Solidarität und des Zusammenhaltes spürbar. Noch wusste man wenig von der neuen Erkrankung, von deren Ausbreitung und den Folgen – gesundheitlich und wirtschaftlich. Alle waren angewiesen auf die Erklärungen der Experten, es wurde diskutiert und nach Lösungen gesucht, doch es gab bisher keine Chance, SARS-CoV-2 schnell zu überwinden. Aktuell wird die Hoffnung in die Impfung gesetzt, nach jetzigem Stand führt die Immunisierung jedoch zu keinem dauerhaften Erfolg und müsste laufend an die Virusmutationen angepasst und jährlich wiederholt werden. Noch kennt niemand die Neben- und Langzeitwirkungen der Impfung in allen Altersgruppen, bei bestehenden Vorerkrankungen, in Wechselwirkung mit Medikamenten, im Hinblick auf eventuelle genetische Veränderungen und die gegebenenfalls daraus entstehenden neuen Erkrankungen. Noch befinden sich die pharmazeutischen Mittel in einer experimentellen Erprobung – weltweit.

Nach einem Jahr Covid-19 macht sich eine spürbare Enttäuschung breit. Unzählige Existenzen stehen auf dem Spiel, die wirtschaftlichen Verluste sind für kleine und auch einige mittelständische Unternehmen enorm und die Hilfsleistungen reichen in vielen Fällen nicht aus, um die fortlaufenden Kosten auszugleichen. Die vergleichsweise unbürokratische Unterstützung der nationalen Konzerne in großem Umfang erzeugt Unverständnis. Die damit verbundenen Refinanzierungen am Aktienmarkt können die kleinen Firmen selten für sich nutzen, die wenigsten verfügen über ausreichende Mittel, um am Kapitalmarkt zu investieren. Der Finanzmarkt scheint jedoch politisch die derzeit einzige Chance zu sein, um weltweit weiterhin den Ruf einer funktionierenden Gesellschaft aufrecht zu erhalten.

Damit das gesellschaftliche Leben wieder funktionieren kann, ist in erster Linie ein gutes und vertrauensvolles Miteinander erforderlich. Covid-19 verlangt nach Veränderung und gleichzeitig nach Anpassung an die aktuellen Bedingungen. Die Pandemie zu leugnen macht keinen Sinn, die Symptome, Fall- und Todeszahlen sprechen für sich. Die Gefahr muss realistisch gesehen und als Aufgabe verstanden werden.

Für viele ist es nach wie vor schwer, sich mit den Regeln der sozialen Distanz und mit einem konsequenten Schutz vor Ansteckung abzufinden, doch genau hier liegt der Schlüssel zur Überwindung der Pandemie. Zu 100 % lässt sich ein Ansteckungsrisiko auch nach einer Impfung nicht ausschliessen, das muss allen bewusst sein. Die Regeln werden bleiben müssen, Masken werden bei Zusammenkünften mit anderen bleiben müssen – zum eigenen Schutz und zum Schutz der anderen. Selbsttests werden an Bedeutung gewinnen.

Weltweit gab es bei Einhaltung der Hygiene-Maßnahmen gegen Covid-19 auch weniger Infektionsfälle mit Grippeviren, Durchfallerregern und zahlreichen anderen. Das Gesundheitsbewusstsein ist insgesamt gewachsen.

Jetzt gilt es das Gelernte weiterhin konsequent beizubehalten und auf einen sicheren Umgang miteinander zu achten.

Die Idee einiger Politiker und Initiatoren, sich den Regeln einfach zu widersetzen, müssen am Ende alle teuer bezahlen.

Klare Worte aus der Politik, eine verständliche und nachvollziehbare Erklärung für erforderliche Maßnahmen statt Zahlenspiele, die Menschen in ihren Nöten ernst zu nehmen und wirkliche Lösungen anzubieten, all das wäre wünschenswert.

Die nächsten Wahlen stehen in diesem Jahr vor der Tür. Es wird eine neue Kanzlerin oder ein neuer Kanzler gesucht, der/dem es gelingt, mit allen Herausforderungen der Zukunft bestmöglich umzugehen.

Die Aufgaben der heutigen Zeit haben einen besonderen Anspruch. Die digitale Welt ermöglicht einen globalen Austausch innerhalb weniger Sekunden. Sowohl Fürsprecher als auch Kritiker melden sich zu Wort. Angriffe sind an der Tagesordnung. Dennoch und gerade deswegen ist eine ehrliche und transparente Politik die beste Möglichkeit, um weiteren Schaden abzuwenden. Eine Persönlichkeit, die mit klarem Verstand und einer objektiven Einschätzung der jeweiligen Situation entscheiden kann, wäre eine wünschenswerte Besetzung.

Es gibt einen Weg aus der Krise, wenn alle ehrlich miteinander umgehen. Wenn auf Missstände aufmerksam gemacht und gemeinsam nach vernünftigen Lösungen gesucht wird. Es muss ein offener und fairer Dialog möglich sein, die Ängste und Nöte müssen anerkannt und verstanden werden, aber es darf nicht sein, dass das Vertrauen ausgenutzt und missbraucht wird.

Für kleine Unternehmen zählen aktuell Durchhaltevermögen und Kreativität, beides muss durch die Politik unterstützt werden. Massnahmen zur Umsetzung von Hygienekonzepten müssen finanziell gefördert werden, ebenso muss Kapital für dringende Investitionen bereitgestellt werden.

Schulen brauchen neue und flexible Strukturen, Schutzkonzepte und eine gute Hygieneausstattung.

Die digitale Infrastruktur muss optimiert werden.

Auch der Bereich Gesundheit und Pflege hat mehr Aufmerksamkeit verdient.

All das ist zu schaffen, mit Vernunft, Zusammenhalt und durch die Einhaltung der Regeln.

Neben der Impfung sollen in absehbarer Zeit auch wirksame Medikamente zur Verfügung stehen, die Forschung arbeitet mit Hochdruck auch an Alternativen zur Impfung. Erst wenn die Erkrankung für alle an Schrecken verliert, kann das Leben mit hoffentlich verbesserten Bedingungen wieder leichter weiter gehen.

Halten Sie durch und bleiben Sie gesund! (zr – 13.01.2021)

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