Mutationen und was sie bedeuten

Covid-19 ist eine Erkrankung, die durch den Erreger SARS-CoV-2 ausgelöst wird. SARS-CoV-2 gehört zur Gruppe der Coronaviren, den “Kronenviren”. Coronaviren enthalten keine vollständige DNA sondern nur eine RNA, was bedeutet, dass die RNA-Viren nicht die Fähigkeit besitzen, die körpereigene DNA zu verändern. Jedoch können die Zellschäden durch diese Viren verheerend sein. Auch Influenza (Grippe) und Ebola gehören zu den RNA-Viren.

Die Virus-RNA ist sehr anpassungsfähig und sucht nach immer neuen Wegen, um das eigene Überleben zu sichern. Sobald ein Organismus mit Schutzmechanismen auf eine Infektion reagiert, werden in der Virus-RNA neue Strukturen gebildet. Wenn die Abwehrfunktion im Körper stärker ist als das Virus, ist der Kampf zumindest für den Moment gewonnen. Bestenfalls reicht der Immunschutz für einige Monate aus, um erneute Angriffe erkennen und direkt abwehren zu können.

Durch eine Immunstimulanz mit Impfstoffen soll der Organismus auf eine mögliche Infektion vorbereitet und trainiert werden. Kommt es während dieser Trainingsphase zu einem direkten Kontakt mit dem Erreger, entscheidet ebenfalls das Abwehrsystem, aber auch die Virusstruktur, ob es zu einer Infektion kommt. Ist das Immunsystem bereits durch das Training überlastet und schafft es nicht, die Angriffe der Viren abzuwehren, kommt es zur Ausbreitung im Organismus. In dieser Phase entwickeln sich Mutationen besonders häufig.

Gelingt es nach der Trainingsphase durch eine Boosterimpfung (zweite Dosis) den Impfeffekt zu bestätigen, können die Viren über einen längeren Zeitraum leichter erkannt und abgewehrt werden.

Die Mutationen in der Virus-RNA werden dann zum Problem, wenn das Virus nach neuen Eintrittsstellen in den Zellen sucht und seine eigentliche Struktur so verändert, dass es erneut ungehindert oder mit wenig Widerstand einen Platz zur Vermehrung findet.

Durch die weltweite Entwicklung der Pandemie, nimmt auch die Virusanpassung ihren Lauf. Die aktuellen Virusvarianten zeigen bereits Veränderungen, die neue Wege zum Eintritt in die Zellen gefunden haben. Die “Saugnäpfe” (Spikes) der Viren schaffen es, sich leichter an Rezeptoren zu binden und dadurch eine stärkere Vermehrung zu sichern.

Aktuell gibt es drei Varianten, die den Wissenschaftlern Sorgen bereiten, die britische B.1.1.7, die Südafrikanische B.1.3.5.1 sowie die brasilianische Variante, der es bereits gelungen ist Reinfektionen auszulösen.

Was kann man tun?

  1. Hygienmaßnahmen konsequent einhalten
  2. Kontakte vermeiden
  3. Reisen vermeiden

Warum ist das wichtig?

  1. Solange es viele Menschen mit Infektionen gibt, solange erhält der Erreger neue Möglichkeiten für seine Entwicklung und Anpassung. Je weniger Infektionen es gibt, umso besser kann die Situation kontrolliert und wirksame Gegenmaßnahmen können ergriffen werden.
  2. Die Impfstoffentwicklung und auch die Produktion benötigen Zeit, bei unzureichender Anpassung der Wirkstoffe können jedoch Resistenzen entstehen und es kann passieren, dass am Ende kein Impfschutz mehr möglich ist.
  3. Die Behandlungsmöglichkeiten und Kapazitäten sind weltweit begrenzt.

Im letzten Jahr wurde sehr viel Zeit vergeudet mit Diskussionen über “Länderkompetenzen”. Eine Pandemie ist eine Zusatzaufgabe, die nach eigenen Regeln läuft. SARS-CoV-2 ist leider keine Erfindung und trifft das Leben aller, ohne Rücksicht auf Status und Herkunft. Bisher gab es viele milde Verläufen, aber dennoch auch tragische Fall- und Todeszahlen. Mehr Leid müsste nicht sein, wenn eine allgemeine Bereitschaft zu ZERO-COVID vorhanden wäre. Völlig verschwinden wird Covid-19 vermutlich nie mehr, aber jede Anstrengung zur Verhinderung von Mutationen und schweren Verläufen wäre ein wichtiger Schritt nach vorne.

(zr- 25.01.2021)

 

zukunft-regional
No Copyclick -  sorry!