Covid-19 – Test und Impfung

Einfach erklärt.

Testen

Ein PCR-Test ist in der Lage Virus-Sequenzen zu erkennen. In zusätzlichen Analysen besteht die Möglichkeit zu unterscheiden, um welche Virusvariante es sich handelt. Der PCR-Test wird in einem Labor ausgewertet und es werden 24- 48 Stunden benötigt, bis ein Ergebnis vorliegt. Das Laborergebnis wird an das zuständige Gesundheitsamt gemeldet und von dort erhalten die an Covid-19-Erkrankten eine Nachricht mit Informationen für das weitere Vorgehen. Bei einem negativen Test erfolgt die Nachricht meist per App.

Schnelltest

Ein Schnelltest ist geeignet, wenn ein schneller Nachweis erforderlich ist, beispielsweise bei beruflichen oder privaten Treffen, in Schulen, beim Shopping oder in Restaurants. Hier ist jedoch die Sicherheit nicht im gleichen Umfang gegeben, wie bei einem PCR-Test. Ein Schnelltest erfasst den Moment und zeigt an ob aktuell eine Viruslast – in für den Test nachweisbarer Höhe – vorliegt. Die Testqualität und Durchführung sind wichtige Faktoren. Um eine Infektion sicher auszuschließen oder zu bestätigen, ist bei Verdacht einer Erkrankung ein zusätzlicher PCR-Test erforderlich.

Kein Test

Die Covid-Erkrankung zeigt sich mit unterschiedlichen Symptomen. Für manche nur spürbar mit leichten Reaktionen, Hals- und Kopfschmerzen oder Übelkeit. Bei anderen mit einem starken Husten und einer Infektion der Lunge. Bei Menschen, die Symptome falsch einschätzen oder aufgrund von Fehlinformationen einen Test verweigern, kann ein Verzögern der Behandlung zu extremen Folgen führen.

Die Versorgung

Je mehr Menschen erkranken und eine Behandlung in einem Krankhaus benötigen, umso höher steigt das Risiko an oder mit Covid-19 zu versterben. Ein Patient oder eine Patientin auf der Intensivstation benötigt eine 24 Stunden Versorgung über mehrere Wochen. In kleineren Krankenhäusern stehen in der Regel nur wenige Intensivbetten zur Verfügung, die mit ausreichend Personal besetzt werden können. In Uniklinken und größeren Häusern könnten mehr Menschen versorgt werden, wenn Pflegekräfte verfügbar währen. Nach einer neuen Studie fehlen jedoch deutschlandweit etwa 100.000 Pflegevollzeitstellen in Kliniken. Die intensivmedizinische Betreuung erlaubt eine Personaluntergrenze von 2 Patienten pro Pflegekraft am Tag und 3 Patienten pro Pflegekraft in der Nacht.

Je mehr Menschen Hilfe benötigen, umso höher steigt das Risiko eines Behandlungsfehlers. Die Aufnahmekapazität muss daher begrenzt werden. Es muss von ärztlicher Seite entschieden werden, wer welche Versorgung erhalten kann. Die Triage ist die sicher schwerste Aufgabe für alle Mediziner*innen. Über Tod oder Leben entscheiden zu müssen, verlangt selbst den erfahrensten Ärzt*innen viel ab. Und zu wissen, dass diese Entscheidung durch eine Impfung und eine funktionierende Notfallpolitik vermeidbar gewesen wäre, macht wütend und fassungslos.

Die Impfung

Ziel der Impfentwicklung bei Covid-19 war es, ein wirksames Mittel gegen einen schweren Verlauf zu finden, das schnell produziert und ohne folgenreiche Nebenwirkungen eingesetzt werden kann. Die Verbreitung einzudämmen und das menschliche Immunsystem mit dem Erreger in Berührung zu bringen, um so einem schweren Krankheitsverlauf vorzubeugen, war das Ziel. Die mRNA-Impfstoffe waren neu, dennoch war das Verfahren bereits einige Jahre und mit guten Erfolgen in der Erprobung. Vektorimpfstoffe, die statt einem Nanoträger eine organische Zelle nutzen, um die Viruspartikel mit dem Immunsystem in Kontakt zu bringen, stellen eine Alternative dar. Allergien und Unverträglichkeiten lassen sich bei beiden Verfahren weitestgehend im Voraus durch eine Laboranalyse ausschließen.

Man weiß inzwischen, dass es Menschen gibt, die eine verstärkte Neigung zu einer Entzündungsreaktion aufweisen, was kurzzeitig zu unerwünschten Symptomen führen kann, die jedoch in den allermeisten Fällen sehr gut behandelbar sind. Die Symptomüberwachung in den ersten zwei bis drei Wochen ist entscheidend, um langfristige Folgen zu vermeiden. Bei Vorerkrankungen sollte daher eine entsprechende Versorgung mit dem Impfarzt/-ärztin abgestimmt werden.

Bei einer Impfung kann der Verlauf von Reaktionen auf das Virus sehr gut eingeschätzt und behandelt werden. Bei einer unkontrollierten Infektion wären Menschen, die bereits auf die Impfung reagieren, den Folgen der Erkrankung regelrecht ausgeliefert.

Die Impfung ist somit ein hilfreicher Indikator für eine Risikoeinschätzung und kann sowohl einem schweren Verlauf als auch langfristigen Schäden vorbeugen.

Der Nachteil der mRNA- oder Vektorimpfstoffe liegt in der relativ kurzen Wirkdauer. Um das Immunsystem dauerhaft und vor neuen Virusmutationen zu schützen, ist eine Auffrischung nach 4 bis 6 Monaten erforderlich. In Verbindung mit einer höheren Ansteckungsrate im Frühjahr und im Herbst sollten bestenfalls zwei Impfungen jährlich erfolgen – zumindest solange keine bessere Alternative zur Verfügung steht.

Die sogenannten Todimpfstoffe versprechen zwar eine stärkere Wirkung, in etwa vergleichbar mit einer Infektion, jedoch ist aufgrund der Mutationsfähigkeit der SARS-CoV-2-Viren weder bei einer Infektion noch bei einer Impfung mit dem abgetöteten Erreger ein dauerhafter Schutz gegeben und auch hier müsste man von einer Auffrischung und gegebenenfalls Boosterung ausgehen.

Dauerhafter Schutz

Niemand hält die mehrfach wiederholte Impfung für eine optimale Lösung. Auch die Entwickler der Impfstoffe möchten die Wirkung des Verfahrens nicht durch die Bildung von Resistenzen verspielen. Ziel muss und kann es daher nur sein, dass ein Ansteckungsrisiko dauerhaft durch entsprechende Hygienemaßnahmen und Kontrollen durch einen Virustest minimiert wird.

Impfung für alle?

Es gibt Menschen, die auf eine Impfung mit allergischen oder unerwünschten Symptomen reagieren können. Die Einschätzung nimmt ein/e Facharzt/-ärztin vor, der/die Betroffenen medizinisch betreut. Kinder unter 12 Jahren verfügen in der Regel über einen guten Immunschutz, dennoch kann die Delta-Variante auch bei Jüngeren zu Schäden führen. Mit Beginn der Pubertät verändert sich zudem das Hormon- und Immunsystem und die natürliche Schutzwirkung wird reduziert, eine Impfung kann daher zu einem stärkeren Schutz beitragen, sollte aber wie beim Erwachsenen bei bekannten Vorerkrankungen abgewogen und überwacht werden.

Für gesunde Erwachsene kann die Impfung einen schweren Verlauf durch Covid-19 verhindern. Bei einer bereits überstandenen Erkrankung mit nur leichten Symptomen sollte der Nutzen einer Impfung anhand einer genaueren Analyse überprüft werden. Ob Antikörper alleine oder weitere Parameter hilfreich sein können, ist derzeit noch nicht festgelegt.

Fazit

Bereits im letzten Jahr 2020 war uns allen bewusst, dass die Pandemie einschneidende Veränderungen mit sich bringt. Die Impfung hat sowohl die Behandlungsbedürftigkeit reduziert als auch einen schweren Verlauf in vielen Fällen verhindert.

Dennoch haben in diesem Jahr viele den Zeitpunkt einer Erst- oder Folgeimpfung verpasst. Auch durch die Fehlinformationen der Politik. Die Rufe nach einem Freedom-Day und Ausgelassenheit sind sicher für alle nachvollziehbar, stehen jedoch in keiner Relation zum aktuellen Infektionsgeschehen.

Jeder wäre froh, wenn es dieses Virus nie gegeben hätte. Doch letztendlich entscheidet unser aller Verhalten, wie es uns damit geht.

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