Covid-19 besiegen

Seit einem Jahr ist die Pandemie das zentrale Thema in den Medien, im Alltag, in den Gedanken aller. Während der Frühjahrs-Lockdown 2020 noch durch sehr viel Solidarität und Engagement geprägt war, sieht es 2021 weniger danach aus. Rücksicht und gegenseitige Unterstützung sollten die wichtigsten Themen in einer Gemeinschaft sein, wenn es um die Überwindung einer globalen Krise geht, aber selbst im lokalen Umfeld werden entgegengesetzte Ansichten immer häufiger deutlich.

Von “keine Lust mehr auf Corona” über ” alles erfunden” bis hin zu regionalen “wir haben alles im Griff-Entscheidungen” werden Meinungen und Befindlichkeiten frei geäußert oder demonstrativ zum Ausdruck gebracht.

Die Pandemie verlangt klare Entscheidungen – doch noch immer liegen keine ausreichenden Daten vor.

Täglich werden uns neue Informationen aus dem RKI, aus Regierungskreisen und den Medien präsentiert, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln und dennoch das Verhalten der Menschen nachhaltig beeinflussen. Statt Hintergrundinformationen verständlich aufzubereiten, werden Hoffnungen geweckt oder aufrecht erhalten. Wirkliche Lösungen werden nicht geboten.

Viele fragen sich inzwischen, wie ein “normales” Leben in Zukunft aussehen soll, was wird noch möglich sein, mit welchen Risiken müssen wir zukünftig leben, welches Geschäftsmodell kann unter den geänderten Bedingungen noch funktionieren, wie wird Schule stattfinden, wird es noch Veranstaltungen geben, wie müssen Treffen organisiert werden und wie findet Zusammenarbeit statt – in Betrieben, in Initiativen und Vereinen, in gemeinschaftlichen Projekten und auch im politischen und globalen Miteinander. Auch die Mobilität, das Reisen und die Versorgung mit Produkten und wichtigen industriellen Gütern spielen eine Rolle. Die Pandemie ist ein globales Problem.

Bei SARS-CoV-2 war eine Impfstoffentwicklung aufgrund der vorhergehenden Forschungsarbeiten in anderen Fachbereichen wie beispielsweise der Onkologie, in rasanter Geschwindigkeit möglich. Dennoch bleiben viele Fragen zur Wirkdauer, zum Wirkspektrum – auch im Hinblick auf Mutationen sowie zur Nachsorge bei unerwünschten Impffolgen und Folgeimpfungen weiterhin offen. Die Studien geben noch wenig Auskunft zu den Übertragungsrisiken durch die Geimpften, sollten diese sich mit SARS-CoV-2 infizieren und das Virus ohne Symptome auf andere übertragen. Auch die Risiken einer verzögerten Zweitimpfung werfen weiterhin Fragen auf. Bei den mRNA-Impfungen werden zwei Impfungen im Abstand von 21 bis 28 Tagen von den Impfstoff-Entwicklern angeraten, um nach einer Sensibilisierung im ersten Impfschritt dann in einem zweiten wichtigen Schritt eine ausreichende Immunreaktion zu erzielen. Findet die Zweitimpfung erst zu einem späteren Zeitpunkt statt, kann es sowohl zu überschießenden Reaktionen als auch zu einer unzureichenden Immunreaktion kommen. Zudem sind in dieser Phase der Sensibilisierung – zwischen der ersten und der zweiten Impfung – weitere Mutationen möglich.*

Den Feind zum Freund machen, wenn man ihn nicht besiegen kann – ein Sprichwort mit wenig Anreiz in der Coronakrise.

Niemand möchte sich mit dem neuen Virus anfreunden. Doch aktuell sieht es danach aus, als könnte das Infektionsrisiko durch die Einhaltung der Hygienemaßnahmen und eventuell auch durch die Impfungen – sofern sie alle verträglich und wirksam sind – reduziert werden, nicht mehr und nicht weniger. Weiterhin wird Covid-19 ein Teil unseres Lebens bleiben, das Risiko einer Infektion wird bleiben und auch die damit verbundenen Einschränkungen.

Covid-19 schreibt jetzt neue Regeln.

Was die Pandemie von uns verlangt, ist unglaublich viel. Wir müssen alle unseren Kopf anstrengen und begreifen, dass es gerade nicht um Einzelne geht, die etwas möchten, sondern es geht um eine neue Kultur und neue Umgangsformen. Hier unterscheiden sich die Charaktere. Während sich die einen an irgendwelche fragwürdigen Ideologien klammern und dabei sich selbst und andere gefährden, gibt es diejenigen, die mit Respekt und Anstand die Hygieneregeln befolgen, sich solidarisch zeigen, anderen helfen und die Situation ganz sachlich betrachten und bewerten.

Sachlich betrachtet grassiert seit Dezember 2019 ein neuer Virus weltweit. Ob dieser Erreger der Erkrankung Covid-19 aus einem Labor entweichen konnte oder tatsächlich von einer Fledermaus auf ein weiteres Tier und von diesem auf einen Menschen übertragen wurde und sich danach durch zwischenmenschliche Kontakte weiterverbreiten konnte, spielt leider schon lange keine Rolle mehr in der Erkennung und Behandlung.
Inzwischen gab und gibt es unzählige Veränderungen in der Virusstruktur, die das Überleben des Erregers sichern. Die Grundstruktur als “Kronenvirus” mit den coronatypischen Spikes wird bleiben.

Je leichter das Virus Gelegenheiten zur Übertragung findet, umso besser lernt es die Immunreaktionen der Menschen kennen und überwinden.

Die Chance der Impfung ist die Eindämmung der Pandemie bis hin zur besseren Kontrolle der weiteren Entwicklung, die Gefahr der Impfung ist die Bildung von neuen Mutationen und Resistenzen.

Die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln, eine zielführende Teststrategie sowie eine sachliche und aufklärende Kommunikation werden in Fachkreisen als die wirksamsten Mittel zu einem neuen gesellschaftlichen Leben während und nach der Pandemie gesehen. Hier liegt der wichtigste Schlüssel im Umgang mit Covid-19.

(zr – 24.01.2021)

Weiterführende Links:

*https://news.sky.com/story/covid-19-extending-gap-between-coronavirus-jab-doses-creates-small-risk-of-escaped-mutant-variant-whitty-12180180

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