Aktuelle Fragen zur Pandemie

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In Deutschland gibt es mehr als 30 Millionen Menschen mit Vorerkrankungen in allen Altersklassen, die ganz besonders auf eine ehrliche und transparente Kommunikation angewiesen sind

Im sozialen Bereich setzen wir uns auch für Menschen ein, die aufgrund ihrer gesundheitlichen Situation bereits vorbelastet sind. Ebenso möchten wir Kinder vor den Folgen einer erneuten dramatischen Entwicklung durch die Ausbreitung von Covid-19 bewahren. Nicht nur, wenn Kinder selbst schwer erkranken, sondern auch wenn sie Erkrankungsfälle innerhalb des familiären Umfeldes erleben, kann das sehr belastend sein. Vom erneuten Lockdown und den damit verbundenen Einschränkungen ganz abgesehen.

Viele Menschen sind inzwischen sehr verunsichert, deshalb möchten wir auf einige Punkte nochmals genauer eingehen und versuchen aufzuklären. Wir halten grundsätzlich jede Maßnahme für sinnvoll, die zur Verbesserung der Situation beiträgt. Bei der aktuellen Entwicklung steigender Inzidenzen und der zu erwarteten Überlastung der Kliniken kommen Fragen auf, die wir intern und in Gesprächen mit anderen diskutieren. Erste Antworten haben wir recherchiert und veröffentlicht.

Die Pandemie ist ein weltweites Geschehen. Manche Menschen haben Glück und spüren wenig von der Infektion und den damit verbundenen Entzündungsreaktionen, die durch SARS-CoV2 ausgelöst werden können. Für andere ist die Erkrankung mit starken bis lebensbedrohlichen Symptomen verbunden. Die Impfung kann, wie inzwischen vielfach belegt, vor einem schweren Verlauf schützen.

Die Virusverbreitung erfolgt durch Kontakte in großen Menschenmengen oder in Innenräumen. Wer ohne Schutz mit anderen zusammen Zeit verbringt, die bisher weder geimpft sind oder eine Erkrankung überstanden haben, geht für sich und sein direktes Umfeld im privaten und beruflichen Bereich das Risiko einer Infektion und Übertragung ein. Für Menschen mit einer Vorerkrankung kann das tödliche Folgen haben. Nicht nur durch das Covid-Risiko, sondern auch durch die Vorerkrankung, die sich mit einer Infektion in vielen Fällen deutlich verschlechtert. Zusätzlich sollten alle Zweifler*innen bedenken, dass sich durch ihre Verweigerungshaltung sowohl die Versorgungssituation als auch die politische Situation nicht zu ihren Gunsten entwickeln wird. Im Gegenteil, mit jeder Diskussion und jeder Demo wird die Überwindung der Pandemie mehr und mehr infrage gestellt und politische Regeln lassen sich nicht mehr vermeiden.

Fragen zur Impfung

Welche Daten liegen aktuell in Deutschland zu den Impfdurchbrüchen vor?

Zu welchen Impfstoffen lassen sich konkrete Aussagen hinsichtlich der Wirkdauer treffen?

Welche Rolle spielt die Deltavariante?

Aktuelle Informationen des RKI: Die Virusvarianten Delta und Gamma können die Impfwirkung reduzieren. Bei Delta bis zu 30%, bei Gamma ist die Datenlage noch unzureichend. Inwieweit Medikamente die Wirksamkeit der Impfung beeinflussen, lässt sich laut RKI noch nicht beurteilen. Kein Impfstoff war in den ersten Studien zu 100% wirksam. Die besten Wirkprofile konnten Biontech und Moderna mit bis zu 95% aufweisen. Bei Johnson&Johnson lag die Wirksamkeit bei etwa 65%, bei der Deltavariante jedoch um 30% reduziert, demnach müsste die Wirksamkeit einer Einzelimpfung hier bei 45,5% eingestuft werden.(rki)

Es wird bei allen Impfstoffen von einem hohen Schutz vor einem schweren Verlauf berichtet, die Wirksamkeit bei Mutationen jedoch auch bei mRNA-Impfstoffen nach unten korrigiert beschrieben.

Aktuell wird der J&J-Impfstoff nur für Menschen ab 60 Jahren empfohlen und aufgrund der Deltavariante sollte nach 4 Wochen eine zweite Impfung mit einem mRNA-Impfstoff erfolgen. Laut Stiko für Personen ab 70 Jahren, die Kassenärztliche Vereinigung schließt auch eine Zweit-Impfung für Jüngere nach 4 Wochen nicht aus. Bis zum 30.09.2021 wurden in Deutschland rund 3,8 Millionen Dosen J&J verimpft.

RKI-Informationen Stand 15.11.2021

Situationsbericht RKI

Anwendungshinweis J&J

Update vom 16.11.2021 – Bericht der Los Angeles Times vom 04.11.2021 (engl.)

Kurze Zusammenfassung des Berichtes der Los Angeles Times: Die Impfung schützt, wenn eine ausreichende Immunisierung vorliegt. Innerhalb von 6 Monaten lässt die Impfwirkung jedoch deutlich nach. Die Ergebnisse lagen bei Moderna nach 6 Monaten bei 58% Effektivität, bei Biontech bei 45% und bei J&J nur noch bei 13%. Die Centers for Disease Control and Prevention (Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention) haben Auffrischungsimpfungen für alle empfohlen, die den Impfstoff von Johnson & Johnson mindestens zwei Monate zuvor erhalten haben. Die Leiterin der Studie Dr. Cohn empfiehlt allen das Tragen einer schützenden Maske.

Die Auffrischung (Booster-Impfung) sollte zumindest in allen Risikogruppen vor Ablauf der Impfwirkung erfolgen. Bestenfalls sollten alle, denen ein hoher Impfschutz wichtig ist, die Chance auf eine Auffrischung bekommen.

Inwieweit der Antikörperstatus eine Orientierung bieten kann, ist bisher noch nicht abschließend geklärt. Auch die Reaktionen der T- und B-Zellen nach der Impfung oder einer überstanden Viruserkrankung spielen weiterhin eine Rolle. Hier kann sich die Impfung als sinnvolles Training erweisen.

Aktuelle Situation – Konferenz Freistaat Sachsen am 17.11.2021 – Herr Kretschmer | Klare Aussagen von Herrn Wieler (RKI) – ab Minute 17

Neue Fragen

Eine Pandemie lässt sich nicht auf einzelne Regionen oder ein Bundesland begrenzen. Die Situation erfordert eine einheitliche Regelung – bundesweit, europaweit, weltweit. Die aktuelle Lage erlaubt keine Verzögerung. Die verspätete Reaktion der Politik, die missverständliche Kommunikation und die unklaren Regelungen haben erneut zu einer Situation geführt, die nicht nur die Gesundheit vieler Menschen gefährdet, sondern auch viele Existenzen.

Wie lassen sich weitere Mutationen verhindern?

Eine schnelle Durchimpfung der Bevölkerung kann neue Mutationen leichter verhindern. Dennoch wird auch aufgrund des weltweiten Pandemiegeschehenes eine Veränderung der Viren nicht auszuschließen sein.

Welche Faktoren (bestehende Erkrankungen, Medikamenteneinnahme und Wechselwirkung, Lagerung und Verabreichung der Impfstoffe, Abstand zwischen den Impfungen) können die Impfwirkung zusätzlich beeinflussen?

Es gibt bereits weltweit Erfassungssysteme, eine abschließende Auswertung wurde jedoch bisher nicht veröffentlicht.

Nach welchen Kriterien gestaltet sich die weitere Vorgehensweise?

Noch gelten die Impfungen als Mittel der Wahl, nicht nur um die Menschen vor einem schweren Verlauf zu schützen sondern auch um Mutationen zu verhindern, die eine erneute Impfanpassung benötigen.

Auch viele Unternehmen stehen ebenfalls vor neuen Fragen:

Welche Regeln sind für die nächsten Jahre vorgesehen?

Aktuell steht die Überwindung der 4. Welle im Vordergrund. Ob in den nächsten Monaten politische Entscheidungen mit mehr Weitblick getroffen werden, bleibt abzuwarten.

Wer gilt als geimpft und wie lange? Auch in Anbetracht der nachlassenden Impfwirkung.

Aktuell (Stand 18.11.) wird über einen Zeitraum von 6 bis 9 Monaten Gültigkeit diskutiert. Aus eigenem Interesse sollte eine Boosterimpfung jedoch vor Ablauf der Wirkdauer erfolgen.

Wie lange behalten Genese ihren Status?

Bei Genesenen sollte eine Auffrischungsimpfung nach 6 Monaten erfolgen.

Welche Maßnahmen können einen zusätzlichen Schutz bieten?

Weiterhin gelten neben 2G oder 3G-Nachweisen Hygieneregeln als wirksame Maßnahmen. Mundschutz, Abstand und die Händedesinfektion sollten beibehalten werden.

Medizinische Versorgung

Jeder Mensch ist verwundbar, jeder kann durch einen Unfall oder eine akute Erkrankung in eine Notsituation kommen, die eine intensivmedizinische Behandlung erfordert.

Welche Investitionen in den Personaleinsatz sind kurz- und auch langfristig geplant?

Der Mangel an Pflegekräften ist ein generelles Problem. Der Bedarf an ausgebildeten Fachkräften in der Intensivmedizin benötigt eine Vorbereitungszeit, die leider auch im letzten Jahr nicht ausreichend genutzt wurde.

Weitere Informationen

Wir beobachten die aktuellen Debatten, recherchieren für Sie und berichten. Wenn Sie Ihre Informationen mit uns teilen möchten oder weitere Fragen haben, die wir hier aufnehmen sollten, schreiben Sie uns: Kontakt

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